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"Magic
mushrooms" am Altar
Psychoaktive Pilze: Als Dünger erlaubt, als Droge verboten
STANDARD-Mitarbeiterin Tanja Paar Wien - "Meditation ist wie Essen.
Der Pilz ein Festmahl", betont Andreas Baumgartner die meditative
Komponente der Einnahme von "magicmushrooms". Seit zweieinhalb Jahren
betreibt er in der Mariahilferstraße 117 ein Geschäft für psychoaktive
Pflanzen, seit sieben Monaten verkauft er auch sogenannte "Pilzboxen".
750,- Schilling (55 EURO) kostet eine kleine Tupperwareschachtel mit
der sorgsam in Stroh- und Pferdemist gebetteten Mycelkultur, aus der
nach zwei Wochen die Zauberpilze wachsen. Der Zauber der "stropharia
cubensis" ist auf ihre Inhaltsstoffe Psilocin und Psilocybin zurückzuführen.
Beide finden sich auf der Liste verbotener Substanzen im österreichischen
Suchtmittelgesetz. Ausschließlich zu "ethnobotanischen Anschauungszwecken"
verkaufe er die Pilzkulturen, versichert demgemäß Baumgartner. Die
Pilze eigneten sich vorzüglich zur Düngung von Zimmerplanzen. Manche
Anhänger schamanistischer Praktiken legten sie auch auf ihre Altäre
. Dass die Verwendung der Pilze als Drogen verboten sei, darauf weise
er natürlich alle Käufer hin. In Holland und der Schweiz allerdings,
wo die "magic mushrooms" nicht verboten sind, könne man folgende Erfahrungen
machen: Nach zumindest einem Tag des Fastens trifft man sich alle
zwei bis drei Monate zum Pilzritual. Rund drei bis vier Gramm getrockneter
Pilze werden pro Person verzehrt. "Wie ein Astronaut vor dem Abflug",
habe er sich gefühlt,so Baumgartner. "Einem Vibrieren folgt eine Art
Beschleunigung, dann siehst Du Kristallstädte, hörst Musik. Der Pilz
belohnt Dich,wenn Du Vorarbeit geleistet hast. Deine innere Stimme
feiert Geburtstag." Im Gegensatz zu chemischen Drogen sei der Pilz
keine "Partydroge". Seine Verwendung zur "Belustigung" lehnt Baumgartner
ab. "Teil des Rituals ist auch eine Nachbesprechung, die therapeutischen
Charakter hat. Der Pilz ist ein Lehrmeister und Willensstärker, der
Dir den Schub gibt, selbst etwas zu machen." Baumgartners Aufzählung
aller weiterer Vorzüge der "narrischen Schwammerln" - keine Vergiftungsgefahr,
keine Beschaffungskriminalität, kein Suchtverhalten - will Wiens Drogenkoordinator
Peter Hacker relativiert wissen: "Faktum ist, dass der Pilz hochgiftige
Substanzen enthält. Nur die wenigsten halten sich an Rituale. Und
die Dosis macht das Gift."
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