| Ärzte Zeitung, 3. März 2003 - SUCHT & DROGEN |
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Zauberpilz Website http://www.zauberpilz.com |
| Oft ist unklar, wieviel Droge in Pflanze, Pilz und Pille drinsteckt Konsum von Stechapfel und Ecstacy-Tabletten nimmt zu / Gefahren für die Gesundheit nicht absehbar / Schäden etwa an Leber, Niere, Gehirn STUTTGART (kp). Offensichtlich konsumieren Kids schon ab etwa 13 Jahren zunehmend leicht zugängliche Drogen wie die Designerdroge Ecstasy und biogene Drogen aus dem Stechapfel oder Pilzen, den Magic Mushrooms. "Ein großes Problem ist aber der multiple Mißbrauch, wenn stimulierende und sedierende Drogen kombiniert werden", sagte Dr. Oliver Sauer von der Vergiftungs-Beratungsstelle der Mainzer Uniklinik beim Kongreß Medizin 2003 in Stuttgart. Oft sei für die Ärzte dann nicht sofort klar, wie sie eventuellen schädlichen Wirkungen entgegenwirken sollen. Zahlen über die Trends der Drogennutzer sind schwer zu ermitteln. In der Mainzer Beratungsstelle jedoch zeichnet sich ab: Ecstasy ist seit 1999 offensichtlich wieder im Kommen. Die Beratungen stiegen bis zum Jahr 2000 auf etwa das Doppelte. Klarer noch ist der Trend beim Stechapfel (Datura): Hierzu wurde in den vergangenen Jahren siebenmal öfter beraten als Mitte der 90er-Jahre. Quantitativ seien die Beratungen zu Ecstasy und Datura jedoch ohne große Bedeutung: Von den 23 000 Anfragen im Jahr 2000 waren nur etwa 160 zu Datura und etwa 70 zu Ecstasy. Drogenkonsumenten wissen oft über die Stoffe und ihre Menge in Pulver oder Tee nicht Bescheid. Wie Sauer berichtete, kann man bei Ecstasy zu über 97 Prozent mit dem Wirkstoff MDMA (3,4-Methylen-dioxy-methamphetamin) rechnen. Was sonst noch drin ist, weiß man oft nicht. Ecstacy, das Aufputschmittel mit so schönen Namen wie Adam, Eve oder Love, ist zum Glück einigermaßen bekannt. Die Folgen sollten aber nicht unterschätzt werden, wird die Droge doch oft auf Parties und in der Disko geschluckt: Exsikkose, Elektrolytentgleisung, Herzrhythmus- und Bewußtseinsstörungen, Rhabdomyolyse, Nierenversagen und Leberschaden sind mögliche Folgen. Die bei Tieren nachgewiesene Neurotoxizität könnte auch bei Menschen zu Neurodegenerationen führen, ein Absinken des Hirn-Serotonins und Depressionen verursachen. Die Engelstrompete enthält sehr unterschiedliche Mengen an den halluzinogenen Substanzen Scopolamin und Hyoscyamin. Tees wirken kreislaufdepressiv. Auch Herzrhythmusstörungen und Krämpfe kommen vor. Magic Mushrooms, halluzinogene Pilze, sind weniger
somatisch gefährlich, aber durch Horrortrips und Realitätsverlust
nicht harmlos. Und: "Man kann sie übers Internet oder in Holland
leicht besorgen", so Sauer. |
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