| Neue Zürcher Zeitung NZZ, 26. Februar 2001 |
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Drogen in Zürich Marihuana, Pilze und «Wabululu»-Extrakt Polizeiliche Schliessung eines Hanfladens in Zürich Die Stadtpolizei Zürich hat am Samstagnachmittag in Zürich einen Hanfladen geschlossen. Dabei wurden geringe Mengen an Marihuana beschlagnahmt. Im Einsatz stand die uniformierte Spezialeinheit Turicum mit fünf Männern und einer Frau. Von Thomas Felber Samstagnachmittag, 13 Uhr 25, Befehlsausgabe in der Hauptwache Urania der Stadtpolizei Zürich: Ein Gruppenchef der uniformierten Spezialeinheit Turicum/SMER erläutert seiner Mannschaft das Einsatzziel, die endgültigeSchliessung eines Hanfladens. Sechs Turicum-Beamte, eine Frau und fünf Männer, stehen für dieAktion zur Verfügung. Hinzu kommt ein 34-jähriger Student der Fachhochschule für Polizei im deutschen Villingen-Schwenningen, der in Zürich eine einmonatige Stage absolviert. Er trägt seine eigene grüne Uniform, ist unbewaffnet und hat in Zürich keine polizeilichen Befugnisse. Seit einer Woche begleitet er die Einheit. Dabei habe er mehr Rauschgift gesehen als während eines ganzen Jahres Polizeidienst in Freiburg, sagt er. Ein Schliessungsbefehl Das betroffene Hanfgeschäft ist der Polizei seit Jahren bekannt. Regelmässig fanden Kontrollen statt, auch weil sich Anwohner über den regen Passantenverkehr beschwert hatten. Bei einer Kontrolle wurden innerhalb von zweieinhalb Stunden 80 bis 100 Personen gezählt, die ein- und ausgingen. Weil vor zwei Wochen auch 200 Gramm Heroin gefunden wurden, hat der zuständige Bezirksanwalt beschlossen, mit einemSchliessungsbefehl dem Treiben ein Ende zu setzen. Im Moment sind in der Stadt Zürich etwa 30 bis 35 Hanfläden aktiv. Auf Kuriersystem
umgestellt? Alle werden kontrolliert. Ein Mann, der für die Sicherheit im Laden zuständig ist, trägt zwei Portionen Marihuana und eine Portion Kokain auf sich. Im Verkaufsraum selber, in dem vor allem psychedelische Lampen, Wasserpfeifen (darunter ein gemäss Etikette «fast unkaputtbares Acrylbong für gehobene Ansprüche»), Schmuck, Räucherstäbchen und Bücher über Cannabis, «Zauberpilze» und Okkultismus das Bild prägen, finden die Polizisten keine Drogen. In einem Gestell in einem hinteren Büroraum kommen aber 68 Portionen Marihuana zum Vorschein. Auch ein Sack mit Psilocybin-Pilzen wird mitgenommen. Dann stossen die Beamten auf eine Schachtel mit Mini-Grip-Säckchen, deren pulverförmiger Inhalt wie Heroin aussieht. Er entpuppt sich aber als ein Potenzmittel aus Uganda, ein Extrakt aus der Wurzel der «Wabululu»-Pflanze. Geld wird nur in einem kleinen Betrag von 3050 Franken beschlagnahmt. Bei Kontrollen finde man in den Kassen der Hanfläden meistens nur noch die Einnahmen der letzten drei bis vier Stunden, sagt Weber. Zur Auswertung mitgenommen wird auch die Videokassette der Laden-Überwachungsanlage. Die Beamten prüfen zudem anhand der Seriennummer über Funk bei der Einsatzzentrale nach, ob drei Mountainbikes, die sich im Geschäft befinden, als gestohlen gemeldet sind. Sie sind es nicht. An sämtlichen Türen des Ladens werden von einem Spezialisten der Polizei die Schlosszylinder ausgewechselt, damit einBetreten nicht mehr möglich ist. Vier der Anwesenden werden nach Hause geschickt. Ein jungerMann muss zur Aushändigung der Schliessungsverfügung auf die Polizeiwache mitkommen. Auch wenn die Ausbeute an Beschlagnahmungen relativ gering ausfiel. Das eigentliche Ziel, die Schliessung des Ladens, ist erfüllt. Um 15 Uhr 10 ist die Aktion beendet. |
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