taz Nr. 5837 vom 18.5.1999
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Phänomenale Wirkungen getarnter Pilze

Nach Beobachtung des Bundeskriminalamtes werden berauschende Pilze immer beliebter. Seit Anfang der 90er Jahre steigeder Konsum der Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin, die häufig als Duftkissen getarnt daherkämen. Für die Ermittler steht indes fest, daß die Bezeichnung "Duftkissen"ein Deckmäntelchen ist. "Die Pilze stinken erbärmlich", so der Münchner Beamte Klaus Pickel, hätten jedoch mitunter "phänomenale Wirkungen". Bei Vernehmungen hätten Nutzer u.a.von Bewußtseinsveränderungenrungen und Gesichtsschwellungen berichtet. "Es ist ein klassisches Halluzinogen", sagt der Toxikologe Thomas Zilker. Nach dem Konsum veränderten sich Raumgefühl und Farbwahrnehmung: "Dann hält man den Gummibaum in der Ecke plötzlich für eine schöne Frau." Folgeschäden durch Psilocybins seien eher unwahrscheinlich. "Bei anfälligen Menschen kann es möglicherweise eine Psychose hervorrufen. Aber die hätten diese Personen dann später ohnehin bekommen", meint der Giftexperte.

 

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