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Hauslieferdienst für Drogen

Eigentlich ist Alex Krassenberg eine Art Pizzakurier. Nur bringt er keine Pizza Funghi, sondern bewusstseins- erweiternde Pilze.

Von Anthony Deutsch, AP

Zutphen. - Die "Speisekarte" des Niederländers ist gross: organische Designerdrogen, Ecstasy aus Kräutern und 600 weitere bewusstseinserweiternde und stimmungsaufhellende Substanzen wie beispielsweise Magic Mushrooms (Pilze). "Man sollte sie aber nicht auf einer Pizza essen, das schwächt nur die Wirkung, aber man kann sie mit Eiern braten oder in eine Tasse Tee geben", erläutert Krassenberg.

Krassenberg ist der erste Ladenbesitzer in den Niederlanden, der Drogen frei Haus liefert. Jede Bestellung kostet umgerechnet rund 30 Franken; Auslieferungen innerhalb der Stadt Zutphen und in einem Umkreis von 20 Kilometern sind gratis.

An guten Tagen springt er etwa zehnmal in sein "Mushroom Taxi" und bringt seinen Kunden die bestellte Ware. Er tut nichts Ungesetzliches, der Umgang mit Rauschgift ist in den Niederlanden ausgesprochen liberal. Drogen wie Marihuana und Haschisch sind theoretisch zwar illegal, doch werden sie allerorten in kleinen Mengen verkauft, ohne dass sich jemand vor Verfolgung durch die Polizei sorgen muss.

"Keine Hexenjagd"

Auch der Konsum oder Verkauf der Substanzen, die Krassenberg anbietet, ist nicht verboten. Allerdings hat ein Regierungsausschuss kürzlich vorgeschlagen, vier halluzinogene Pflanzen zu verbieten, deren Konsum in hohen Dosen giftig sein kann. "Ein paar Substanzen sollten für ungesetzlich erklärt werden. Es gibt aber keinen Anlass für eine Hexenjagd", erklärt Benno Bruggink vom Gesundheitsministerium.

Die Polizei in Zutphen sieht zur Zeit keinen Grund, gegen Krassenbergs "Dr. Paddo Naturdrogenladen" vorzugehen. "Es gab bislang keine Probleme", berichtet Polizeisprecher Rijn Brummel. Auch das Krankenhaus in Zutphen hatte nach eigenen Angaben bislang kein einziges Problem wegen der von Krassenberg verkauften Produkte.

Seine Kunden sind vor allem Jugendliche. Aber ab und zu beliefert er auch manch älteren Bauern in der Umgebung. "Das ist eine Kleinstadt. Die wollen das mal ausprobieren, trauen sich aber nicht in den Laden", sagt er.

Krassenberg sieht sich als modernen Serviceunternehmer, der der Öffentlichkeit einen guten Dienst erweist. "Meine Naturdrogen sind verlässlich, machen nicht abhängig und verursachen weder Kopfschmerzen noch Kater."

 

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