Sobald der Hut sich entfaltet und die Lamellen zum Vorschein kommen,
lassen die meisten Pilze kontinuierlich Sporen fallen. Reift der Pilz
heran, so entlässt er eine zunehmende Sporenmenge in die Atmosphäre,
bis die Sporenproduktion bei fortgeschrittenem Alter wieder stark zurückgeht.
In vielen Fällen lässt die Lammellenfarbe Rückschlüsse auf die tatsächliche
Farbe der Sporen zu. Aufgrund der Dichte der sporenproduzierenden Zellen
und der Farbe des darunter liegenden Fleisches deckt sich jedoch die
Farbe der Lamellen nicht immer mit der tatsächlichen Sporenfärbung.
Sporen sammeln sich häufig am Stiel, an den Rückständen des Velums (wie
auch am Ring) und auf den benachbarten kleineren Pilzen. Das geübte
Auge kann die Sporenfarbe schnell ausmachen. Bei den meisten Gattungen
stellt die Farbe des frischen Sporenpulvers ein relativ beständiges
und zuverlässiges Merkmal dar. Die meisten Unterscheidungsmerkmale zwischen
den verschiedenen Gattungen der Lamellenpilze basieren letztlich zumindest
teilweise auf der Farbe der Sporen.
Der Sammler sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass es die Bestimmung
der Sporenfarbe eine subjektive Wahrnehmung ist, weshalb es eine gewisse
Bandbreite von Variationen und Interpretationen gibt. Die Bestimmung
der Farbe eines Sporenabdrucks (z. B. zwischen einem purpurbraunen und
einem rostig-braunen Sporenabdruck) kann tödliche Auswirkungen haben.
Der Sporenabdruck ist eine einfache und ziemlich zuverlässige Methode,
Pilzgruppen voneinander zu unterscheiden. Psilocybe und Panaeolus -
Gattungen, zu denen die Überwiegende Zahl von Psilocybinarten gehört
- hinterlassen generell Sporenabdrücke von purpurbrauner bis schwarzer
Farbe. Die weiter oben genannten Gattungen, die viele giftige Arten
enthalten, produzieren Sporenpulver in hellbraunen Schattierungen, außer
Amanitas, deren Sporenpulver typischerweise weißlich ist. Conocybe und
Galerina haben rostbraune Sporen, Entoloma blassrosa bräunliche, Hebeloma
und Inocybe gelblich-braune über lehm- oder tonbraune bis mattbraune.
Dies sind einige der bekannteren riskanten braunsporigen Gattungen,
doch sollte man nicht vergessen, dass auch in anderen Gattungen, die
keine braunen Sporen haben, reichlich giftige Arten vorkommen.
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| Die
etwa fünftausendfache Vergrösserung der ersten keimenden Sporen
vieler Psilocybe- sporen unter dem Elektronenmikroskop. |
Bald
erschaffen die keimenden Sporen, ein Pilzgewebe, eine biologische
Vemetzung, aus dem die Pilzfruchtkörper spriessen. |
Herstellung
eines Sporenabdrucks
Ein
Sporenabdruck lässt sich sehr einfach und am besten innerhalb der ersten
Stunden, nachdem der Pilz gesammelt wurde, abnehmen. Trocknet der Pilz,
geht die Sporenproduktion zurück, was den Sporenabdruck erschwert. Beim
Sammeln von Wildpilzen sollte man diejenigen, von denen man einen Sporenabdruck
machen möchte, aussortieren und in eine Wachspapiertüte legen (erinnern
wir uns: Nicht in eine Plastiktüte, da die Pilze atmen sollen). Nach
der Rückkehr wählt man einige frische, aber ziemlich ausgewachsene Exemplare,
wobei sich Pilze mit konvexen, nach außen gewölbten Hüten besser eignen
als solche mit flachen Hüten. Man trennt mit einem Messer oder einer
Schere den Hut vom Stiel und legt ihn mit den Lamellen nach unten auf
weißes Papier oder einen Glasträger.

Quelle:
Psilocybinpilze
dieser Welt, Paul Stamets
Um einen
guten Sporenabdruck zu erhalten und zu verhindern, dass der Pilz austrocknet
oder durch Luftzüge bewegt wird, empfiehlt es sich, ein Glas oder eine
Tasse über jeden Hut zu stülpen. Indem man die Innenseite des Glases
oder der Tasse befeuchtet, kann man erreichen, dass auch teilweise trockene
Pilze noch einen guten Sporenabdruck liefern. Der radialen, symmetrischen
Anordnung der Lamellen folgend, legen sich nach wenigen Stunden die
Sporen auf dem Papier nieder und zeigen insgesamt die Farbe der Sporen.
Geht man davon aus, dass die Sporen weiß sind, sollte man dunkles Papier
nehmen; bei den Psilocybinarten ist weißes Papier empfehlenswert. Nach
der Bestimmung beschriftet man den Abdruck, gibt ihn in eine gesonderte,
verschließbare Plastiktüte und bewahrt ihn mit der ursprünglichen
Sammlung auf. Möchte man die Arten später kultivieren, kann man diese
Sporenabdrücke verwenden, um Pilzkulturen anzulegen.
Ein frischer Pilzhut kann in einer Stunde einen guten Sporenabdruck
abwerfen (Identifikation), man kann ihn jedoch auch über Nacht
stehen lassen, um einen wirklich satten Sporenabdruck mit vielen Sporen
zu erhalten.
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Sporenabdrücke
von wild
wachsendem Psilocybe
cubensis
auf Schreibmaschinenpapier |
Sporen
von Psilocybe azurescens unter dem Mikroskop
(Elliptisch, 9 –13,5 x 5 – 8 µm.) |
Mini FAQ
| Wie lange kann ein Sporenabdruck aufbewahrt werden? |
| An einem kühlen, dunklen, trockenen Platz können
Sporenabdrücke über einige Jahre ohne Verlust aufbewahrt
werden. |
| Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Pilze für
einen Sporenabdruck zu ernten? |
| Wenn die Pilze ihre Hüte aufgemacht haben und beginnen,
Sporen abzuwerfen. Sichtbar als dunkle (purpur) Ablagerung
unter dem Hut, evt. auch am Stiel und auf dem Casing. |
| Wie lange muss ich warten, bis der Sporenabdruck
fertig ist? |
| Ein frischer Pilzhut kann in einer Stunde einen guten Sporenabdruck
abwerfen (Identifikation), man kann ihn jedoch auch über
Nacht stehen lassen, um einen wirklich satten Sporenabdruck
mit vielen Sporen zu erhalten. |
| Auf welchem Medium kann ich einen Sporenabdruck
anfertigen? |
| Papier, Karton, Glas (Objektträger, Petrischale,
in der Deckelinnenseite eines Einmachglases), Alufolie, Plasik(folie)
und den Sporenabdruck dann in ein Briefcouvert, Minigrip,
Einmachglas, ... |
| Was kann ich mit einem Sporenabdruck anfangen? |
| Sporenabdrücke sind eine hilfreiche Bestimmungshilfe
für unbekannte Pilzarten. Ausserdem kannst du damit eine
Sporenspritze herstellen, ein Glas mit sterilem Substrat beimpfen
(PF-Tek), das sterilisierte Casing direkt beimpfen oder die
Sporen bspw. auf Agar in einer Petrischale heranwachsen lassen. |
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Sporenabdruck, mit sterilem Skalpell in Quadrate geschnitten.
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m420
s Printmaking Tek
Anleitung Sporenabdruck/Vorbereitung Sporenspritze, info von the Shroomery.org
TheMilkMan
s Sporeprint and Syringe Tek
info von the Shroomery.org
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