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Es
ist nicht möglich, den Pilztrip im Allgemeinen genau beschreiben zu können.
Bei Halluzinogenen Drogen, wie den Pilzinhaltsstoffen Psilocybin/Pislocin,
ist das Set und das Setting, also sowohl die momentane Stimmung,
als auch die äusserliche Situation des Users bestimmend für die Inhalte
des Trips. Bei ausreichender Vorbereitung kann ein solcher Pilztrip sehr
lehrreich sein, es kann jedoch bei ungenügender Vorbereitung, oder
wenn man sich mit Pilzen versucht einer unerträglichen sozialen Situation
zu entziehen, zu einem sehr unangenehmen Erlebnis kommen. Die folgenden
Beschreibungen können also nur ungefähre Richtlinien geben,
in keinem Falle jedoch einen Pilztrip genauestens beschreiben, da das
Erlebte nie vollständig in Worte fassbar sein wird.
Trippende Forscher
Interessante Hinweise bieten die Trips von Forschern, die sich einen
Eindruck von den Gebräuchen der Ureinwohner Mexikos machen wollten,
oder aus rein wissenschaftlich- medizinischem Interesse Selbstversuche
oder Gruppensitzungen abhielten.
Valentina Wasson war als erste "fremde" Frau zusammen mit ihrer damals
18jährigen Tochter bei einer magischen Pilzzeremonie zugegen. Ihre
Erlebnisse und die ihrer Tochter waren trotz des denkbar schlechten Set
und Setting von außerordentlicher Schönheit, Klahrheit, und
von einem ständigen Glücksgefühl begleitet, obwohl sie
zu keinem Zeitpunkt die Kontrolle über ihren Trip verlohren. "Die
Pilze waren feucht, sahen grünlich aus und waren sehr schmutzig.
Als ich in den ersten hineinbiß mußte ich würgen." Das
ganze Zeremoniell fand in eine zugigen Lehmhütte statt, deren Dach
undicht war, so daß es beständig durchregnete und sich schon
kleine Pfützen auf dem Boden gesammelt hatten. "Die anfänglichen
Symptome waren mild und überhaupt nicht unangenehm, ... ich fühlte
mich ein wenig unsicher auf den Beinen, so als hätte ich einen Schwips.
[...] Ich bemerkt, daß das rotkarierte Hemd meines Mannes von großer
Farbintensität war. Ich starrte die rohen Holzmöbel an, die
Risse und Astlöcher im Holz schienen ihre Form zu verändern."
"Mit halbgeschlossenen Augne drehte ich mich zur Wand. Einen kurzen Augenblick
glaubte hatte ich das Gefühl eine wunderschöne Tapete zu sehen.
Aber dann wichen die Wände zurück, und ich wurde fortgetragen
- auf und davon - auf wogenden Wellen von hellem Türkies." Sie machte
während des Trips noch Reisen zu verschiedenen Plätzen, an denen
sie schon einmal verweilte, doch die Visionen waren stets etwas verändert,
alle waren deutlich schöner, als die Wirklichkeit es zulassen konnte.
Zwischenzeitlich waren noch Schwebevisionen anwesend:"Mein Geist schwebte
vor Glückseligkeit. Mir war, als schwinge sich meine Seele selbst
auf, zu einem himmlischen Ort, ließe meine leere Körperhülle
im Sumpf der Hütte zurück. Trotz allem war ich voll bei Bewußtsein.
Jetzt wußte ich, was die Schamanen meinten, wenn sie sagten: 'Der
Pilz trägt Dich zu einem göttlichen Ort.'" Auch Visionen religiöser
Natur nahm sie wahr. "Das dunkle Holz der Kirche war kunstvoll geschnitzt,
die bunten Glasfenster strahlten in hellem Licht. Vor mir stand ein hohes
Kruzifix. Ich neigte meinen Kopf nach hinten, um die Spitze des Kreuzes
sehen zu können, aber es reichte bis hoch in den Himmel. Es war so
hoch, daß ich den oberen Teil der Figur auf dem Kreuz nicht mehr
erkennen konnte. Mit lauter Stimme sagte ich: 'Bin ich unwürdig Gott
zu sehen?' Dennoch, ich hatte zu keinem Zeitpunkt Zweifel oder Angst.
Alles war kristallklahr und erlesen." Ihre Tochter berichtete, daß
ihre Visionen im wesentlichen ein chronologischer Ablauf ihres Lebens
gewesen war, der all die schönen und angenehmen Erlebnisse beinhaltete.
Der anschließende Schlaf war sehr erholsam, am darauffolgenden Tag
waren keine weiteren Wirkungen der Pilze zu spühren.
"Eine ganz andere Form von Pilzerlebnissen, jedoch auch von einem
wissenschaftlichen Geist getrieben, hatte Timothy Leary zu verzeichnen,
als er sich zusammen mit einigen Häftlingen auf einen Trip begab.
Tim Leary sitzt mit drei Häftlingen an einem Tisch und nahmen jeder
einige Tabletten synthetisches Psilocybin (Leary 14mg, die Häftlinge
20mg, jeder bekam eine seinem Körpergewicht entsprechende Dosis).
"Nach etwa einer halben Stunde spürte ich erste Wirkungen, eine Aufweichung
der Alltagsrealität, das Gefühl eines summenden Druckes und
eine Art Raumfahrt in meinem Kopf. Dazu eine scharfe, brilliante, ja brutale
Intensivierung meiner Sinne. All meine Zellen und Sinnesorgane vibrierten
wie elektronisch aufgeladen. Ich fühlte mich fürchterlich. Was
für ein Platz, um einen grauen Morgen zu verbringen! In einem winzigen
Raum, in einem üblen Knast, out of my mind. Ich schute mir den Mann
zu meiner Seite an, einen Polen aus Massechusetts. Ich konnte ihn so klahr
sehen. Jede Pore seines Gesichtes, jede Unebenheit der Haut, die Haare
in seiner Nase, dieser unglaubliche grün-gelbe Belag auf seinen verrotteten
Zähnen, das feuchte Glimmen seiner erschreckten Augen. Ich sah jedes
Haar auf seinem Kopf in einer Deutlichkeit, als seinen es dicke Bäume,
jedes einzelne. Was für eine Konfrontation! Was mache ich hier, spaced
out mit diesem eigenartigen Mosaikzelligen Tier, diesem Gefängnisinsassen,
diesem Tier?" .... Der weitere Verlauf des Experimentes zeigt, daß
es sehr wichtig war, daß sich alle über die Ziele des Experimentes
im KLaren waren. Es waren immer Sitzungen, die von einem Wechselbad der
zwischenmenschlichen Gefühle gekennzeichnet waren. In folgenden Sitzungen
wurden dann auch die Räumlichen Gegebenheiten etwas verbessert (Räucherstäbchen,
Musik, Kerzen, ...). Das Experiment wurde dann eingestellt, und wenige
Jahre später hatte es die Presse geschafft die Psychedelikaforschung
soweit zuverteufeln, daß deren "Prophet" Leary als "meißtgesuchter
Mann dieses Planeten" vom FBI gesucht wurde."
"Aus dem FIDO erhielt ich bruchstückhafte Berichte,
eher kleine Episoden, welche die wesentlichen Eigenschaften eines Pilztrips
wiedergeben.
Die Sinneswahrnehmungen sind auf äußerste verschärft,
es treten Hallus von intensiver Färbung und komplexität auf,
der Gedankjenfluß ist extrem verstärkt. Man fühlt sich
wie im siebten Himmel, hat aber immer noch einen Realitätsbezug.
Irgendwie hat man das Gefühl, die ganze Welt zu verstehen, man entwickelt
ein Gefühl des Wissens um die Zusammenhänge, man stellt fest,
daß alles gut ist. Die Wahrnehmung der Umwelt ist ein wenig verändert,
das Hirn scheint die sensorischen Eindrücke nicht mehr in gewohnter
Weise zu filtern, was zu den erstaunlichsten Effekten führt. Auch
die mentalen Fähigkeiten sind nicht mehr so stark gesteuert wie sonst,
was zu einer gewissen Abschweifbarkeit führt. Jeder Gedanke möchte
am liebsten weiterverfolgt werden, eine Unterhaltung gerät zu einer
Reise durch ein Fraktal, je weiter man einen Gedanken verfolgt, desto
mehr Einzelheiten lassen sich ausmachen. Man gerät vom hundertsten
ins tausendste, alles scheint plötzlich Aufmerksamkeit zu verdienen."
"Auch zu Überdosierungen (mehr als die Doppelte
Menge einer normalen Dosis) erhielt ich Berichte, die alle den selben
Thenor haben.
Nach einer Überdosis Psilocybin war meißt das Denken nicht
mehr so einfach, um ehrlich zu sein, es war fast unmöglich. Es war
so, als ob jedes Wort, jeder Gedanke erst erfunden werden mußte.
Noch nicht mal die Droge, auf der man war konnte mehr bestimmt werden.
Das Wahrnehmungsvermögen wurde auf ein Minimum eingeschränkt.
Einhellig wurde beschrieben, daß man das Gefühl hatte, eine
völlig andere Form zu haben, ja quasi aus den Fugen zu geraten und
eigentlich überhaupt keine Form mehr zu haben. Die Betroffenen hatten
das subjektive Gefühl sich nicht bewegen zu können, wanderten
jedoch recht zielstrebig in der Gegend umher ohne die Orientierung zu
verlieren. Wenn die Wirkung etwas nachlies, so stellten sich normale Pilzvisionen
ein, es kam meißt zu einem recht angenemen Ausklang des Trips."
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