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Medizin

Psilocybin & Psilocin medizinisch betrachtet

Wie giftig sind die in den halluzinogenen Pilzen vorhandenen Substanzen
Psilocybin und Psilocin?

Psilocybin ist eine recht verträgliche Substanz, das heisst ihre Toxizität ist sehr gering, wenn man den Abstand von der wirksamen Dosis zur lethalen Dosis*
betrachtet. Die wirksame Dosis liegt bei ca. 3 mg für einen erwachsenen Menschen, eine mittlere Dosis bei ca. 10 mg und eine tödliche Überdosis bei ca. 6 bis 7 g. Somit ist die LD50 ca. 2000 mal höher als eine spürbare, und ca. 600 bis 700 mal höher als eine mittlere Dosis. Da potente Pilze einen Psilocybinanteil von bis zu 1% in der Trockenmasse aufweisen können, ist eine mittlere Dosis durch 1 bis 5 Gramm Trockenmasse (vollständig ohne Wasser), also 3 bis 8 g Trockenpilze (enthalten noch ca. 20% Wasser) erreichbar. Dies entspricht einer Masse von ca. 10 bis 50 Gramm Frischpilzen, da Pilze zu ca. 90% aus Wasser bestehen. Um eine tödliche Überdosis zu verzehren bräuchte man 7 kg (bei 1% Psilocybingehalt) bis 14 kg (bei 0,5% Psilocybingehalt) Frischpilze. Zur Erreichbarkeit einer solchen Dosis kann man sich seine eigenen Gedanken machen.
Wenn in obigem Abschnitt von Psilocybin die Rede war, so ist das Gemisch aus Psilocybin und Psilocin gemeint, da sich beide Substanzen nur durch ein Phosphorsäuremolekül unterscheiden, welches als einzige Wirkung eine Stabilitätssteigerung gegenüber Sauerstoff hat.

Natürlich darf man diese Rechnung nicht leichtfertig auf den Menschen anwenden. Komplikationen können auch bei tieferen Dosen vorkommen und hängen nicht zuletzt von der eigenen körperlichen Verfassung ab.

*LD50=ca. 50% der Versuchssubjekte sterben

LD50 PSILOCYBIN (Lethal Dose, 50%)
LD50 285 mg/kg i.v.(Mäuse)
LD50 280 mg/kg i.v. (Ratten)
LD50 12.5 mg/kg i.v.(Kaninchen)


"Was ist das nit gifft ist, alle ding sind gifft, und nichts ohn gifft. Allein die Dosis macht, das ein ding kein gifft ist."

Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim,
gen. Paracelsus, (1493 - 1541)
Arzt und Reformator der Medizin

 

Wirksamkeit und Giftigkeit verschiedener Halluzinogene im Vergleich
  Spürbare Dosis Mittlere Dosis LD 50* Tödliche Überdosis rel. zur mittleren Dosis
  absolut mg/kg** absolut mg/kg absolut mg/kg Giftigkeit  
Psilocybin
und Psilocin
3 mg 0,05-0,1 10 mg 0,14 6-7g 100 x 600 = 0
LSD 0,05 mg 0,007 0,25 mg 0,0035 150 mg 2,2 < x 600 = 0
Meskalin 300 mg             ++***
Ibotensäure
Muscimol
Muscazon
? ? 70 mg
8,5 mg
?
1
0.13
?
2,7 g
3,0
?
40
45
?
x 40
x 350
?
++
++
++
* = LD 50 = 50% der Versuchstiere sterben ** = mg je kg/Körpergewicht
*** = im Grammbereich

Die Gefahrstoffverordung unterteilt die Gifte in drei Klassen:

Symbol
Bezeichnung
Definition
sehr giftig (T+)

sehr giftig (T+)

orale Aufnahme: LD50 (Ratte) unter 25 mg/kg

dermale Aufnahme: LD50 (Ratte oder Kaninchen) unter 50 mg/kg

inhalative Aufnahme: LC50 (Ratte) unter 0,25 mg/L/4 h für Aerosole und Stäube oder
LC50 (Ratte) unter 0,5mg/L/4 h für Gase und Dämpfe

giftig (T)

giftig (T)

orale Aufnahme: LD50 (Ratte) zwischen 25 mg/kg und 200 mg/kg

dermale Aufnahme: LD50 (Ratte oder Kaninchen) zwischen 50 mg/kg und 400 mg/kg

inhalative Aufnahme: LC50 (Ratte) zwischen 0,25 mg/L/4 h und 1 mg/L/4 h für Aerosole und Stäube oder
LC50 (Ratte) zwischen 0,5mg/L/4 h und 2 mg/L/4 h für Gase und Dämpfe

gesundheitsschädlich (Xn)

gesundheits-
schädlich (Xn)
zwischenzeitlich auch mal
als mindergiftig bezeichnet

orale Aufnahme: LD50 (Ratte) zwischen 200 mg/kg und 2000 mg/kg

dermale Aufnahme: LD50 (Ratte oder Kaninchen) zwischen 400 mg/kg und 2000 mg/kg

inhalative Aufnahme: LC50 (Ratte) zwischen 1 mg/L/4 h und 5 mg/L/4 h für Aerosole und Stäube oder
LC50 (Ratte) zwischen 2 mg/L/4 h und 20 mg/L/4 h für Gase und Dämpfe


LD50
= Lethal Dose (tödliche Dosis) eines Feststoffes oder einer Flüssigkeit, bei der 50% der Versuchstiere sterben.
LC50 = Lethal Concentration (tödl. Konzentration) eines Stoffes, bei der 50% der Versuchstiere sterben.

PSILOCYBIN
LD50 285 mg/kg i.v.(Mäuse)
LD50 280 mg/kg i.v. (Ratten)
LD50 12.5 mg/kg i.v.(Kaninchen)

Für Mäuse/Ratten wäre reines Psilocybin demnach als 'gesundheitsschädlich, Xn' einzustufen. Die LD50 von Kochsalz z.B. liegt bei 1000mg/kg, Nikotin bei 1mg/kg. Die 'Gifte' wirken natürlich unterschiedlich.
Beachtenswert ist zudem, dass die LD50 von Psilocybin bei Kaninchen ca. 22 mal höher ist als bei Ratten oder Mäusen.

 


Psilocybin & LSD

Psilocybin und LSD sind sich auch in ihrer Giftigkeit sehr ähnlich, denn auch bei LSD sind erst 500 bis 600 fache Überdosen tödlich, wobei jedoch angemerkt werden muß, daß LSD im Mycro- und Psilocybin im Milligramm-bereich dosiert werden. Rein vom Gewicht her ist LSD also leichter überzudosieren, es sollte jedoch ein finanzielles Problem darstellen soviel LSD zusammenzubekommen.

Körperliche Effekte treten bei Psilocybineinnahme nicht auf. Die Wirkung ist eben sehr ähnlich der des LSD, jedoch ist die Wirkungsdauer etwas geringer. LSD wirkt ca. 8 bis 15 Stunden, Psilocybin ca. 6 bis 8 Stunden. Die eigentlichen Wirkungen des Psilocybin liegt auf der Änderung des Wahrnemungsvermögens, also Intensivierung der Farben, Halluzinatorische Erfahrungen auf allen sensorischen Gebieten und subjektives Gefühl des Verstehens allumfassender Sachverhalte.

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Nachweis im Körper

Das übliche Drogenscreening erfaßt Psilocybine (noch) nicht!

Die Wirkstoffe Psilocin und Psilocybin können im Urin mittels HPLC-UV-Chromatographie und/oder GC/MS (Gaschromatographie/Massenspektrometrie) nachgewiesen werden. Ähnlich wie bei LSD ist dies auch bei diesen Substanzen nur kurzzeitig möglich.

In normalern oder erweiterten Drogentests wird Psilocybin (noch) nicht standardmässig erfasst.

65% des Psilocybins wird innerhalb von 8 h nach dem Konsum über den Urin ausgeschieden. 15-20% bleibt im Körper theoretisch nachweisbar für einige Wochen.

Nachweisbarkeit von Pilzen

mittels Urintests ca. 1 bis 2 Tage
mittels Blutanalysen einige Stunden
mittels Haaranalysen mehrere Monate
(Quelle: Eve&Rave)

Übliche Drogentests testen normalerweise auf folgende Substanzen:

Cannabinoide Marijuana, Hasch
Kokain Kokain, Crack, Benzoylecognine
Amphetamine Amphetamine, Methamphetamine, Speed
Opiate Heroin, Opium, Codein, Morphium
Phencyclidine PCP

Unten aufgeführt sind die getesteten Substanzen und ihre Nachweisdauer nach dem Konsum

Verschiedene Substanzen sind unterschiedlich lang nachzuweisen.
Haschisch bei seltenem Konsum 2-3 Tage
Haschisch bei täglichem Konsum 2-3 Wochen
Haschisch bei Langzeit-Konsum bis zwei Monate
Kokain ca. 4 Tage
Opiate 2-7 Tage
Benzodiazepine 2-3 Tage / bis Monate *
LSD, Ecstasy 48-72 Stunden
* bei Langzeitkonsum als Rauschmittel

Also: es nicht ausgeschlossen, den Kosum von psilocybinhaltigen Pilzen nachzuweisen. Doch bedeutet es einen zusätzlichen (Geld)aufwand weshalb solche Tests nur bei einem dringenden Verdacht angewandt werden.

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Stoffwechsel des Psilocybins

Stoffwechsel des Psilocybin
Das aufgenommene Psilocybin wird im Körper unter Phosphorsäure-abspaltung zu Psilocin umgewandelt und gleichmäßig über alle Körperorgane verteilt.
25% dieser Menge werden unverändert über die Nieren ausgeschieden, 65% werden innerhalb von einigen Stunden weiter metabolisiert (verstoffwechselt) und etwa 10% bleiben im Fettgewebe einige Tage gespeichert.

 

 

 

 

 

 

 

Toleranz

Die chemischen Substanzen Psilocybin und Psilocin bilden eine Toleranz, was bedeutet, dass sich der Körper an die Substanz gewöhnt hat und mehr davon braucht, um den gleichen Effekt erzielen zu können. Diese Toleranz ist jedoch nicht auf Psliocybin/Psilocin beschränkt, sondern wirkt auch auf andere Substanzen. Diese sogenannte "Kreuztoleranz" ist besonders ausgeprägt zum LSD, jedoch auch, etwas schwächer, zu THC und Meskalin, denen völlig verschiedene Wirkprinzipien zugrunde liegen, die auch einer ganz anderen Stoffgruppe angehören, sind von dieser Kreuztoleranz betroffen.

In Regelfall gilt, dass bei einem Experiment an zwei aufeinanderfolgenden Tagen am zweiten Tag schon fast die doppelte Menge Psilocybin wie am vorangegangenen Tag benötigt wird, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Diese Toleranzbildung ist es auch, die einen fortgesetzten Gebrauch von Psilocybin, im Sinne einer Abhängigkeit unmöglich macht. Es bringt einfach nichts mehr. Dadurch ist allerdings auch eine Sucht nach Psilocybin nicht möglich, und auch noch nie aufgetreten. In der Argumentation gegen den Gebrauch von psychoaktiven Pilzen wird diese 'Toleranzentwicklung' teilweise als Gefahr oder negativer Punkt genannt, wenngleich es doch eher unwahrscheinlich erscheint, dass dies in einer Steigerung der Dosis resultiert - vernünftig lange Zeitspannen zwischen den Reisen sind wohl eher die Regel.

Zwischen Ecstasy und Rauschpilzen besteht keine Kreuztoleranz. Das bedeutet, dass Ecstasy anders auf Serotonin wirkt als Psilos. Ecstasy, genau wie auch das in manchen Kreisen populäre Antidepressiva "Prozac", sorgen für einen künstlich erhöhten Serotoninspiegel. Beide Substanzen blockieren eine erneute Aufnahme des Serotonins in Richtung Nervenzellen.

Wer es selbst schon einmal ausprobiert hat, wird wissen, dass Psilocybin (im Vergleich zu THC und insbesondere zu harten Drogen) keine Flucht bedeuten kann. Dadurch dass die momentane seelische Verfassung und verdrängte Probleme des Users im Wesentlichen verstärkt und intensivitiert werden, wird die Gefahr, Zauberpilze als Verdrängung der Realität einzusetzten, gemindert - aber trotzdem möglich.

Pilze in der Schulmedizin

Um die Verwendung von Psilocybin/Psilocin in der Schulmedizin zu verdeutlichen sei hier Albert Hofmann als Quelle gennannt, der in seinen Labors bei Sandoz (Basel, Schweiz) die wirksame Substanz der Zauberpilze isolierte und später synthetisierte.
Er schreibt: "Nachdem die wirksamen Prinzipien in reiner Form zur Verfügung standen, konnten ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Medizin geprüft werden. Sie erwiesen sich besonders nützlich als medikamentöse Hilfsmittel in der Psychoanalyse und Psychotherapie."
Oder mit anderen Worten, Hofmann setzte das Psilocybin an die Stelle des LSD. Bei Psilocybin ist die Wahrscheinlichkeit einen "bad trip" zu erleben viel kleiner. Dies sollte auch die einzige Verwendung der Substanz in der westlichen Schulmedizin bleiben, was jedoch nicht auf den schamanistischen Gebrauch zutrifft.

Wissenschaftliche Studien mit Psilocybin

 

Pilze in der shamanischen Medizin

 

In Mexiko, und wahrscheinlich auch anderen Teilen der Erde wurde Psilocybin in Form von Pilzen als Geschenk der Götter verehrt (was sich auch in seinem mexikanischen Namen "Fleisch der Götter" wiedersiegelt. Die Pilze wurden hier, ebenso wie in der heutigen Medizin die reine Substanz, als Mittel zur Austreibung böser Geister (Psychotherapie) und als Hilfsmittel bei sakralen Ritualen genutzt. Auch die Nutzung der Pilze für seherische Zwecke ist bekannt und wird selbst heute noch genutzt um z.B. etwas über Verwandte in der Fremde, den Verbleib von Diebesgut, oder andere nicht herkömmlich beantwortbare Fragen zu erfahren.

Resozialisierung

Tim Leary
Tim Leary

Mushroom Art

Doch noch ein dritter Aspekt der Nutzung von Psilocybin soll genannt werden. Es handelt sich um die Resozialisierung inhaftierter Personen. Zu diesem Thema, welches wie zu erwarten ein psychologisches ist, wurde 1961 eine Studie im Gefängnis von Concord, Massechusetts, USA durchgeführt (Bekannt als: "Concord Prison Experiment"). Man setzte eine Reihe von Häftlingen nach Persönlichkeitstests unter Leitung eines Psychologen auf Psilocybin und ließ sie ihre Erfahrungen machen, sie sollten sich unterhalten und mit dem Psychologen ins Gespräch kommen. Jeweils nach einer Sitzung wurden weitere Persönlichkeitstests durchgeführt, und es stellte sich heraus, daß die Häftlinge verantwortungsbewußter, nachdenklicher und weniger agressiv wurden. Viele der Gefangenen bekamen Bewährung (in diesem Falle waren es 32), von denen statistisch gesehen 64% hätten zurückkehren müssen, weil sie wieder rechtsbrüchig geworden waren. Dies geschah nicht, es kamen nur etwa 30% zurück, also knapp die Hälfte, von denen die meißten nur wegen formaler Verstöße wieder im Knast landete (hatten sich vom Bewehrungshelfer beim Biertrinken erwischen lassen oder ähnliches). Dies zeigte überdeutlich, daß mit dieser Droge eine weitgehende Persönlichkeitsformung möglich war. Als der leitende Psychologe (Tim Leary) seine Ergebnisse dem Gefängnisdirektor vortrug unterbrach der ihn und zeigte ihm Entwürfe eines neu zu bauenden Gefängnistraktes. Man war an einer wirkungsvollen Resozialisierung nicht interessiert, somit blieben auch weitergehende Forschungen auf diesem Gebiet aus.

Quelle: Ronald Rippchen: Zauberpilze


Interessante Links

Bewusstsein und Wahrnehmung

The Physiology of Perception
from The Genesis of Eden, by Walter J. Freeman

The Albert Hofmann Foundation
Albert Hofmann (Info)

Stain Blue's Character Vault

Resozialisierung

Tim Leary's Experiment
Psilocybin: Concord Prison Follow-up. from the Newsletter of the
MAPS - Volume 6 Number 2 Winter 1995-96

Prisoners to Prophets
excerpts from chapter 11 of FLASHBACKS, an Autobiography by Timothy Leary
Dr. Leary’s Concord Prison Experiment
a 34-year follow-up study. @ Erowid.org

LSD

Erowid's LSD Vaults
LSD Information von Erowid.org

Lysergsäurediethylamid auf Wikipedia
Infos zu LSD aus Wikipedia.org - der freien Enzyklopädie.

LSD-Broschüre
der LAG Drogen von Buendnis90/Gruene
LSD - My Problem Child
kompletter Text, by Albert Hofmann

LSD-Psychotherapie
Stanislav Grofs Forschungsergebnisse zur LSD-Psychotherapie
Eine Zusammenfassung des 1981 von Stan Grof veröffentlichen gleichnamigen Buches.

DRUGSCREENING

Nachweiszeiten psychoaktiver Substanzen im Körper
Drugscouts On The Net, Informationen aus Leipzig, Suchtzentrum.de

Mushrooms and Drug Tests
Psilocybinpilze und Drogentests (Von Erowid)
Drogenscreening Infosite
Medizinisch Diagnostisches Labor Heilbronn

 

Zauberpilz Website
webmaster@zauberpilz.com