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Der Zauberpilz & die Zeit

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CHRONIK - MUSHROOM TIMELINE


ca. 3300 v.Chr   Vor einigen Jahren wurde in einem Gletscher ca. 5300 Jahre alte Mumie eines Mannes gefunden (Ötzi). Dieser Mann hatte bei seinen Sachen auch eine Schnur mit getrockneten Pilzen (Birkenporlinge), die sich als psychoaktiv herausstellten.
1000 - 500 v.Chr. Südamerikanische Kulturen bauen Tempel für Pilzgötter. Sie erstellen die sogenannten 'Mushroom Stones' in den Hochländern von Guatemala.
13. - 15. J.h. Vienna Kodex schildert den rituellen Gebrauch halluzinogener Pilze der Mixtekischen Götter. Es zeigt Piltzintecuhtli und 7 weitere Götter, mit Pilzen in ihren Händen. (The Wondrous Mushroom)    
16. J.h. Xochipilli, Aztekische Statue des 'Prinzen der Blumen ('Prince of Flowers'), schildert den rituellen Gebrauch halluzinogerner Pilze, Tabak, Morning Glory, und Sinicuichi.    
15. Juni, 1521 Der Gebrauch von Pilzen und Peyote wird erstmals kriminalisiert und von den Europäern in Mexiko als 'nicht-alkoholisches' Rauschmittel verboten.
1547-1569 Der Spanische Priester Fray Bernardino de Sahagún schreibt in seinem Florentiner Kodex ("Historia de las Cosas de Nueva Espania") über die Verwendung von Peyote und halluzinogener Pilze von den Azteken. Er bezieht sich auf "nanacatl" (= teonanacatl = Fleisch der Götter = Psilocybin-Pilze), welche "schädlich und berauschend wie Wein seien". Weiter, dass die, die sich dem Genuss hergeben "Visionen sehen, Herzschwäche fühlten und zur Wollust gereizt werden." Er schätzt den ersten Gebrauch von Peyote auf mindestens 300 v.Chr. (Psychedelics Encyclopedia)    
1651 Dr. Francisco Hernandez, ein spanischer Arzt, der die mittelamerikanische Kräuterheilkunde studierte, berichtet von drei Arten von Pilzen, die von mexikanischen Eingeborenen angebetet wurden. Er sagt, dass der Genuss dieser Pilze zwar nicht zum Tode führte, aber zu manchmal bleibenden Leiden, deren Symptom eine Art unkontrolliertes Gelächter ist ... diese Pilze seien tief gelb, scharf im Geschmack und von einer nicht unangenehmen Frische. Andere wiederum, die ohne zum Lachen zu reizen, die Augen alle möglichen Dinge sehen lassen, wie z.B. Kriege und Dämonengestalten. Noch andere Arten werden nicht weniger begehrt von den Prinzen für ihre Feste und Bankette und erzielen einen hohen Preis. Begleitet von nächtelangen gemeinsamen Gebeten werden sie gesucht, schrecklich und erschreckend. Diese Art ist gelbbraun und scharf.
Mitte 19. J.h. In Zentralmexico wird eine Statue von Xochipilli entdeckt.    
1906 Stropharia cubensis wird von Earle in einer kubanischen Zeitschrift für Ackerbau beschrieben.
1914 A.E. Merrill von der Universität Yale veröffentlicht in Science eine Arbeit, worin er die halluzinogenen Effekte nach dem Genuss von Panaeolus papillionaceus aus dem Bezirk Oxford, Maine, beschreibt. Auch wenn die Identifizierung des Pilzes falsch sein kann, die beschriebene Wirkung geht sehr wahrscheinlich aus Psilocybin und Psilocin zurück. Weiter geht der Artikel auf verschiedene Reaktionen auf diesen halluzinogenen Pilz ein, die im Text mit Haschisch und Peyotl (Meskalin-Kaktus) verglichen werden.
1915 Der amerikanische Botaniker William E. Safford, versuchte das Teonanacatl der Azteken zu identifizieren. Er behauptete, dass heilige Pilze niemals existiert hätten und dass das Teonanacatl, worauf sich die spanischen Chronisten des 16. Jahrhunderts bezogen hatten, in Wirklichkeit getrocknete Peyotlknospen gewesen seien. Saffords Theorie wurde für die folgenden drei Jahrzehnte allgemein anerkannt in der Wissenschaft.
1919 Dr. Blas P. Reiko, der länger als 25 Jahre in Mexiko ausgedehnt anthropologisch und botanisch gearbeitet hatte, veröffentlichte in einer mexikanischen anthropologischen Zeitschrift einen Artikel, in dem er behauptete, dass Nanacatl (= Teonanacatl) ein halluzinogener Pilz war. Einige von Reko's früheren Arbeiten waren jedoch falsch und dieser Artikel hatte eine zweifelhafte Glaubwürdigkeit.
1923 In einem Brief an das U.S. National Museum schreibt Dr. Reko, dass Teonanacatl "tatsächlich, wie Sahugun behauptet, ein Pilz ist, der auf Dunghaufen wächst und noch immer unter dem selben alten Namen von den Indianern der Sierra Juarez in Oaxaca bei ihren religiösen Feiern verwendet wird."
1936 Victor A. Reko (B.P.'s Bruder) veröffentlicht "Magische Gifte". Darin behauptet er fälschlicherweise, dass Teonanacatl eine Abart der Amanita sein könnte.
1936 Ing. Roberto J. Weitlaner verschaffte sich etwas Teonanacatl in Oaxaca. Er war damit der erste Weisse der Neuzeit, dem das gelungen ist. Er schickte die Proben an B.P. Reko, der sie nach Havard sandte, wo sie verfault ankamen und deshalb der Identifizierung entgingen.
1938 Weitlaner's Tochter besuchte zusammen mit dem Anthropologen Jean Basset Johnson und zwei anderen ein Pilzritual in Huatla, Oaxaca. Sie waren die ersten Weissen, die einer Pilzzeremonie beiwohnten.
1938 Schultes und Reko reisen nach Mexiko und sammeln Proben verschiedener psychoaktiver Pilzspezien (Panaeolus campanulatus var. sphinctrinus und Stropharia cubensis. In seinen Notizen beschreibt er eine dritte Probe: Psilocybe caerulescens var. Mazatecorum.) welche im Harvard herbarium aufbewahrt werden.
1939 der Paneolus sphrinctrinus wird zum ersten Mal in der wissenschaftlichen Literatur unter dem Titel The Identification of Tenonánacatl, a Narcotic Basiidiomycete of the Aztecs erwähnt.
1953 R. Gordon Wasson und seine Frau Valentina entdecken einen Pilzkult in Mittelmexico. Dieses ehrgeizige Paar wollte die Theorie beweisen, dass Religion sich direkt von der Verwendung halluzinogener Pflanzen ableitet. Die Wasson's reisten nach Mexico und wurden von Ing. Roberto J. Weitlaner in das Gebirgsdorf Huatla de Jiminez in Oaxaca geführt.
29 Juni 1955 Robert Gordon Wasson nimmt mit seiner Frau Valentina Pawlowna erstmalig an einer Heilungszeremonie (Velada Led) von Maria Sabina mit psychoaktiven Pilzen der Gattung Psilocybe in Huautla de Jiminez in Mexiko teil.
1956 Wasson lud Roger Heim, einen französischen Mykologen nach Oaxaca ein, um die Verwendung der heiligen Pilze zu erforschen. Heim identifizierte vierzehn Spezies und mehrere Unterarten, die drei Gattungen angehören. Psilocybe, Stropharia und Conocybe. Einige dieser Arten waren der Mykologie neu, von den Eingeborenen aber seit Jahrhunderten als Halluzinogene verwendet worden.
1957 Der Mykologe Dr. Rolf Singer und zwei junge mexikanische Botaniker, M.A. Palacios und Gaston Guzman kamen in Oaxaca an, um die Pilze zu klassifizieren.
13. Mai 1957 Wassons veröffentlicht ein Aktikel über psychoaktive Pilze im Life Magazine, der erste populäre Medienbeitrag über deren Existenz.
1958 Albert Hofmann und Roger Heim weisen Psilocybin in Psilocybe caerulescens nach.
1958

Albert Hofmann, der Entdecker von LSD, isoliert zwei Substanzen aus 'Psilocybe mexicana'. Er gibt ihnen die Namen Psilocybin und Psilocin (Nach der Familie Psilocybe).

Es gelingt ihm auch die synthetische Herstellung von Psilocin.

1960 Während seines Urlaubs in Cuernavaca, Mexiko, nahm der Psychologe Timothy Leary aus Havard eine Dosis der Pilze zu sich. Später schrieb er: "es war eine klassische visionäre Reise und ich kam als ein anderer Mensch zurück... Man ist niemals derselbe, nachdem man einen kurzen flüchtigen Blick in den zellulären Zeittunnel getan hat. Man ist niemals derselbe, nachdem man den Schleier vorgezogen hat."
1960er Psilocybin Pillen werden hergestellt von der Chemiefirma Sandoz (Basel, Schweiz)    
1960 Dr. Leary und ein Mitarbeiter, Dr. Richard Alpert, erhielten von der Firma Sandoz einen Vorrat an synthetischem Psilocybin, um es bei einem Experiment mit Gefangenen im Staatsgefängnis von Concord, Massachusetts zu verwenden. Anfängliche Ergebnisse waren vielverpsrechend, entlassene Gefangene schienen nach einer Erfahrung mit Psilocybin weniger oft wieder straffällig zu werden oder wegen Verletzung des Ehrenworts zurückgeschickt zu werden als andere bedingt Entlassene.
April 1962 Good Friday Experiment - 20 Sudenten der Boston University führen ein Pilocybin Ritual/Experiment durch. 
1966 Zu dieser Zeit entstehen mehrere "schwarze" Labors, in denen halluzinogene Drogen hergestellt werden, um die wachsende Nachfrage der Verbraucher zu decken.
1967 Als Reaktion auf falsche Berichte über schwere Chromosomenschäden, hervorgerufen durch den Genuss von LSD, begannen die Verbraucher organische Drogen wie Psilocybin und Meskalin zu verlangen. Verglichen mit LSD, sind Halluzinogene wie diese verhältnismässig teuer in der Herstellung. Viele skrupellose Händler verkauften LSD als Psilocybin. Das meiste, eingewickelt oder in Kapseln verkaufte Psilocybin auf den Strassen zwischen 1967-75 war in Wirklichkeit LSD oder LSD mit PCP verschnitten.
24. Oktober 1968 In den USA wird der Besitz von Psilocybin und Psilocin strafbar..    
1971 Wegen der allgemeinen Nachfrage nach organischen Drogen, begannen skrupellose Händler handelsübliche Speisepilze mit LSD zu versetzen und sie als Psilocybin-Pilze zu verkaufen. Diese gefälschten Psilocybin-Pilze erschienen noch 1975 auf dem Strassen-Drogen-Markt und können von den meisten Psilocybin-Pilzen dadurch unterschieden werden, dass sie a) sich nicht blau verfärben und dass b) ihre Wirkung viel länger als die 4-7 Stunden anhält, die für Psilocybin charakteristisch sind.
1988 Isolation aus Gymnopilus purpuratus durch Kreisel und Lindquist.
Mushroom Man
 
 
 
 
 

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