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Botanik der psilocybinhaltigen Pilze


Pilzarten - Übersicht der psychoaktiven Pilzarten, Infos & Hilfen zur Pilzbestimmung
Der Sporenabdruck - Informationen & Anleitung zur Herstellen eines Sporenabdruckes
Herstellung einer Sporenspritze
- Informationen zur Herstellung einer Sporenspritze
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Fliegenpilz (Amantia-Gruppe)
Fliegenpilz
(Amantia-Gruppe)

Halluzinogene Pilzarten

Psilocybin- und psilocinhaltige Pilze (rechts)
Hauptwirkstoff Psilocybin und Psilocin, oft noch dazu die chemisch ähnlichen Stoffe Baecystin und Norbaeocystin, allesamt Tryptamin-Verbindungen (wie auch Buffotenin und Serotonin, DMT). Wie alle Tryptamin-Derivate sind auch Psilocybin und Psilocin nahe verwandt mit LSD, sie alle gehören der grossen Gruppe der Indol-Verbindungen an.

Die Amanita.Gruppe (links)
Pilze, die Ibotensäure, Muscimol und Muscazon als wirksames Prinzip enthalten. Leider kommt in dieser Pilzgruppe ebenfalls der gefährliche Wirkstoff Muscarin in geringen Mengen vor.

Psilocybe Cubensis
Psilocybe Cubensis

Die halluzinogenen Pilze gehören wie etwa 30% aller bekannten Pilzarten zur Klasse der Ständerpilze (Basidomycetes), genauer zur Ordnung der Blätterpilze (Agaricales). Zu dieser gehören fast alle Giftpilze, aber auch so geschätzte Speisepilze wie der Zuchtchampignon. Die Fruchtkörper sind durch Hüte mit Lamellen und verschieden geformten Stielen gekennzeichnet. Es sind keine halluzinogenen Röhrlinge bekannt.

halluzinogene Pilzarten sind:

  • Panaeolus-Arten (Düngerlinge)
  • Pholiotina-Arten (Glockenschüpplinge)
  • Panaeolina foenisecii (Heudüngerlinge)
  • Gymnopilus-Arten (Flämmlinge)
  • Stropharia (Träuschlinge)
  • Pluteus (Dachpilze)
  • Conocybe (Samthäubchen)
  • Hypholoma (Schwefelköpfe)
  • Inocybe (Rißpilze)

 

Basidiomycetes, eine Klasse der Pilze, die sich durch die Ausbildung eines typischen Sporenständers (Sporangium), der Basidie, kennzeichnet. Sie haben meißt ein gut ausgebildetes, ausdauerndes Myzel, das aus vielen septierten, chitinhaltigen Hyphen Glossar: Hyphe besteht, deren Querwände tonnenförmige Tüpfel (doliporus) aufweisen, die auf beiden Seiten von einem Parenthosom bedeckt sind.
Die ungeschlechtliche Vermehrung ist bei den meisten Arten nicht so stark ausgeprägt wie bei den Schlauchpilzen. Dafür ist die geschlechtliche Fortpflanzung sehr einheitlich und charakteristisch für alle Ständerpilze. Typisch ist dabei die völlige Unterdrückung von Geschlechtsorganen; dabei bleibt jedoch die Sexualität erhalten, da die Basidiosporen verschiedengeschlechtlich sind und sich auf die aus ihnen entstehenden Hyphen, die einkernige Zellen aufweisen, überträgt. Diese haploide Phase, die dem Gametophyten entspricht, ist bei den Ständerpilzen relativ kurz. Sobald sich nämlich zwei verschiedengeschlechtliche Hyphen nähern, findet eine Zellverschmelzung (somatogamie) statt. Die Kerne vereinigen sich jedoch noch nicht, und es kann eine sehr lange Paarkernphase (Dikaryophase) des Myzels auftreten. Am Paarkernmycel der Ständerpilze erfolgt jede Zellteilung unter sogenannter Schnallenbildung. Dieses Schnallenmycel kann praktisch unbegrenzt weitervermehrt werden, und es bildet unter bisher ungeklährten Bedingungen Fruchtkörper aus. Im Gegensatz zu den Schlauchpilzen wird bei Ständerpilze der Fruchtkörper vom Dikaryotischen Mycel ausgebildet. Bei rückgebildeten Gruppen können die Fruchtkörper auch fehlen. Die Kernverschmelzung (Karyogamie) geschieht erst in der Basidie, die an ihrer Spitze nach der Reduktionsteilung meist vier endogen angelegte Sporen durch Sprossung abschnürt. Diese Basidiosporen stehen auf kleinen Stielchen, den Sterigmen.
Die Ständerpilze werden in zwei Unterklassen eingeteilt, die Phragmobasidiomycetidae, von denen fast keiner einen Fruchtkörper ausbildet und die Holobasidiomycetidae, zu der fast alle der uns bekannten Speise- und Giftpilze gehören. Sie bilden fast alle ein ausdauerndes Mycel und einen ausgeprägten Fruchtkörper aus, nach dem die einzelnen Untergruppierungen dann auch sortiert sind.
Hier soll vor allem die Unterordung der Agaricales (Blätterpilze, Hutpilze) interessieren. Diese Unterordung enthält die meißten der uns bekannten Speise- und Giftpilze. Sie zeichnet sich durch einen gestielten Fruchtkörper mit Hutförmiger Kappe aus, an deren Unterseite sich das nicht nach und nach, sondern auf einmal angelegte Hymenium befindet. Es überzieht meißt radial stehende Lamellen (Blätterpilze im engeren Sinne) oder bekleidet die inneren Wandungen von Röhren, die zu vielen zu einer leicht ablösbaren Fruchtschicht vereinigt sind, und porenartige öffungen aufweisen (Röhrenpilze). Bei den meißten Vertretern ist an den jungen Fruchtkörpern der Hutrand mit dem Stiel verwachsen und bildet ein Velum partiale,wodurch das sich darunter befindliche Hymenium erst bei Streckung des Hutes freigelegt wird. Das Velum bleibt als Ring oder als Schleier am Stiel zurück, es kann aber auch ganz verschwinden. Einige Arten haben ein Velum universale, das Hut und Stiel ganz einhüllt. Viele der hierher gehörenden Pilze sind ausgesprochene Mycorrhizabildner und im Vorkommen an bestimmte Partner, meißte Laub- und Nadelbäume, gebunden.

Lebenszyklus von Stropharia cubensis
Lebenszyklus von Psilocybe (Stropharia) cubensis
(zum vergrössern anklicken)

Ein Pilz besteht also aus dem Myzel und dem Fruchtkörper (das was gemeinhin als Pilz bezeichnet wird). Das Mycel selbst ist der vegetative Hauptteil des Pilzes, das geht sogar soweit, daß das größte Lebewesen der Erde ein Pilz ist.

Myzel x 500

Pilz-Myzel, ca. 500-fach vergrössert im Raster-Elektronen-Mikroskop
(Photo by Paul Stamets)

In Kalifornien wurde ein Pilz (Hallimasch) als einzelnes Lebewesen identifiziert, der über eine Fläche von etwas mehr als 15ha verteilt lebt und ein geschätztes Gewicht von 10 Tonnen hat. Sein Lebensalter wird auf ca. 1500 Jahre beziffert. Bei entsprechender Witterung kommt es dann vor, daß aus dem Myzel einzelne Verdickungen heranwachsen, die sich sehr schnell zu großen Fruchtkörpern ausbilden, den Pilzen (umgangssprachlich). Diese Fruchtkörper enthalten an der Unterseite Sporen (liegen auf den Oberflächen der Lamellen oder des Röhrenschwammes), die unter günstigen Bedingungen wieder neue Pilze hervorbringen. Jeder Fruchtkörper enthält mehrere hundert Millionen Sporen. Treffen sich nach dem Keimen der Sporen die Myzelien zweier solcher Sporen, so befruchten die sich, und es entsteht aus zwei monocaryoten Myzelien ein dicaryotes Myzel, welches unbegrenzt weitervermehrungsfähig und Fruchtungsfähig ist. Das monocaryote Mycel würde recht schnell eingehen.
Pilze enthalten kein Blattgrün (Chlorophyll), sie sind also nicht zu einer Photosynthese fähig, brauchen also organische Materie um zu leben. Deshalb findet man Pilze auch auf solchen Standorten, wo reichlich davon anzutreffen ist: auf Mist, vermoderten oder frisch abgestorbenem Laub und Holz, manchmal sogar als Parasiten auf lebenden Organismen wie Bäumen oder auch Tieren. Der Fußpilz oder einige Baumilze sind da schöne Beispiele. Bei Pflanzen bestehen die Zellwände aus Zellulose, bei Pilzen jedoch aus Chitin, aus dem bei den Tieren der Panzer ist.
Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, dass Pilze sowohl biologisch als auch wissenschaftlich nicht zu den Pflanzen gehören (das Wissen über dieses Fakt ist in der Biologie seit Mitte der 70er Jahre allgemein anerkannt), was in Hinblick auf die, seit dem 01.02.1998 gültige Änderungsverordnung des Deutschen BtMG wichtig sein könnte (siehe Rechtliche Situation).

Psilocybe yungensis
Psilocybe yungensis

Blauverfärbung

Psilocybe caerulea

Blauverfärbung bei Psilocybe caerulea
Psychoaktivität unbekannt

Psilocybin ergibt als Indolderivat unter Luft-Oxidation einen blauen Farbstoff. Eine Blauverfärbung an einer Bruchstelle bei frisch gesammelten Pilzen deutet allerdings nicht immer auf Psilocybin hin, denn auch bei vielen Röhrenpilzen und einigen Lamellenpilzen tritt eine entsprechende Verfärbung ein, die aber auf andere Indolderivate zurückzuführen ist.
In getrockneten Pilzen lassen sich Indole auch noch mit der Chemikalie Metol (aus dem Fotolabor) (Ehrlichs Reagens) nachweisen: geträufelt auf die gewässerten Pilze ergibt sich dann ein purpurroter Farbumschlag.

 

Quellen: Brockhaus Biologie
Ronald Rippchen: "Zauberpilze"
Dr. V. Kindt: "Speisepilze selbst angebaut" VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin

Genaue Gattungsarten, Darstellungen und Beschreibungen verschiedener Rauschpilzarten
siehe Pilzarten

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