Inocybe aeruginescens

Weitere Bezeichnungen:
Grünender Risspilz

Allgemeines:
Die beobachtete halluzinogene Wirkung stellte für die Gattung Inocybe eine Sensation dar, da sehr viele Arten typische Muskarin-Vergiftungen auslösen. Das giftige Muskarin bewirkt parasympathikomimetische Symptome wie Pupillenverengung, Speichelfluss sowie eine starke Speichelsekretion. Schon vom Anfang unseres Jahrhunderts stammen Berichte über Todesfälle nach Verzehr des sehr stark muskarinhaltigen Ziegelroten Risspilzes, I. patouillardi Bres. Doch Muskarin ist nicht in allen Risspilzen enthalten, wie man früher angenommen hatte. Es gibt eine Reihe von Risspilzen, die halluzinogene Tryptamine enthalten. Es wurde vor allem Psilocybin in diesen Risspilzarten nachgewiesen, aber auch Baeocystin und Psilocin. Anfaenglich wurden diese Ergebnisse stark angezweifelt und deshalb von einer Reihe von Pilzforschern nachgeprüft - die die Forschungsergebnisse bestätigten. Es gibt eine Reihe von halluzinogenen Risspilzen.

Hut:
2-3cm im Durchmesser, ist trocken, mittelbräunlich, nach dem Rand zu radialfaserig, im Jugendstadium stumpfkegelig, dann ausgebreitet, in der Mitte gebuckelt und spitz zulaufend. Der Rand ist nicht selten etwas eingebogen. Die Farbe des Buckels ist etwas dunkler, mitunter etwas oliv- bis blaugrünlich gefärbt.

Lamellen:
Die Lamellen sind zuerst im Jugendstadium hell, später ton-, oliv- bis tabakbraun und normalerweise dichtstehend.

Stiel:
Der Stiel ist 3-4,5cm lang, 2-5mm Durchmesser, zur Spitze hin etwas verbreitet, seidig gestreift, nur an der Spitze bereift, an der Basis knollig, jung weisslich, am Standort bald, vom Stielgrund her, bis etwa zum Mittelteil aussen mehr oder weniger deutlich blaugrün verfaerbend, nach dem Laengsschnitt durch den Fruchtkörper verfaerbt sich auch das Fleisch in diesem Bereich ebenfalls blaugrün.

Sporen:
Die Sporen sind 7-9 lang und 4,5-5,5 mcm breit, glattwandig und etwas elliptisch. Die Zystiden sind 46-60 lang und 21-25 mcm breit, auffällig dickwandig und dickbauchig mit Kristallschopf.

Vorkommen:
Fundorte in Ungarn, Deutschland, Holland und der Schweiz. Die Pflanze befindet sich im Wurzelbereich der Laubbäume Populus, Tilia, Quercus und Betula im Rasen der Grünanlagen und Gärten, an Wegrändern und auf Sandboden neben Bäumen. Der Pilz kommt von Mai bis Oktober vor. Im Mai und Juni ist er besonders häufig.

Psychoaktivität/Inhaltsstoffe:
Der Pilz enthält 0,16-0,5% Psilocybin, 0-15-0,25% (51) Baeocystin in den Trockenpilzen, ebenso auch Psilocin.

Dieser Pilz ist in Europa neu, er scheint über Ungarn nach Europa eingewandert zu sein. Diese Art gehört der Gattung Rißpilze an, der auch der stark giftige ziegelrote Rißpilz angehört. Der Pilz hat eine starke ähnlichkeit mit dem Nelkenschwindling, einem zwar schwer verdaulichen, jedoch sehr guten Speisepilz. Auch wächst er an den selben Standorten, also auch Sandböden, Wiesen, Wegrändern und Kulturrasen. Er kommt ebenfalls in großen Hexenringen vor. Typisch ist nur, daß immer Pappeln in der Nähe sind. Der Pilz ist mittlerweile zu der bestimmenden Art für sandige Tiefebenen geworden, er ist in der Psychoaktivität nicht so hoch wie die anderen Pilze, dafür jedoch gleichmäßig aktiv. Es wird auch berichtet, daß sich ein ausgeprägt heiterer Gemütszustand bei den Probenden einstellte. Der Psilocybingehalt liegt bei 0,5 bis 0,7 % der Trockenmasse.



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