Seltener und wirkstoffreicher als Amanita muscaria
(umstritten im Fall europäischer Pantherpilze). Er ist jedoch auch giftiger.
Kann einfach von Amanita muscaria unterschieden werden: Etwas geringere
Grösse, Pilze mit mehr als 120 mm Hutdurchmesser sind bereits selten.
Der Hut ist in der Jugend dunkelbraun, mit Resten des Velum universale
gesprenkelt, im Alter wird der Hut kaffeebraun. Der hohe Stiel ist hautfarben
und nicht weiss, die Schuppen bilden vollständige Ringe um den Stiel (anstatt
der unterbrochenen Ringe bei A. muscaria). Über der kugelförmigen Knolle
befinden sich ein bis zwei niedrige. meist schräg angelegte Ringe.
Hauptwirkstoffe
Sie enthalten wie Fliegenpilze toxische Isoxazole, vor allem Ibotensäure
und Muscimol. Ferner sind auch das Oxazol Muscazon und geringe Mengen
Muscarin enthalten. Die hauptsächlich vorkommende Ibotensäure
ist instabil und wird beim Kochen oder Trocknen zum 5-10x giftigeren Muscimol
decarboxyliert. Muscimol hat strukturelle Ähnlichkeit mit cyclisierter
gamma-Amino-Buttersäure (GABA).
Wirkungsmechanismus
Stimulation von Sympathicus und Parasympathicus.
Letale Dosis
Muscimol: LD50 Maus 2,4 mg/kg, LD50 Ratte 3,5 mg/kg
Klinische Symptome
Latenzzeit 1-2 Stunden, dann Bradykardie, Speichelfluss und Schweissausbrüche,
evt. Miosis beim Hund (Ktz. Mydriasis )
oder Tachykardie, trockene und warme Haut, Mydriasis (Ktz. Myosis), Herzrhythmusstörungen,
Ileus, Schwindel, motorische Störungen, Mattigkeit; später Hyperaktivität,
Erregbarkeit, Sinnestäuschungen, schliesslich tiefer Schlaf. Todesfälle
bei Erwachsenen extrem selten. Die Psychose kann tagelang anhalten, heilt
aber ohne Folgen aus.
Therapie
Möglichst rasche Dekontamination. Bei sehr stark anticholinergen
Symptomen kann Physostigmin eingesetzt werden. Die Prognose ist im allgemeinen
günstig.
Halluzinogene Aktivität:
Sehr hoch, eher delirant. Gleichzeitig sehr
giftig. VORSICHT!
Fotos:
   
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